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JAHRESBERICHT Nr.7 / 2012

 

Liebe Freunde und Förderer des Assisi Illam!

 

Ende Januar/ Anfang Februar 2012 haben wir wieder einen Besuch bei "unseren" Waisenkindern in Chennai/Madras gemacht.

Diesmal wurden wir von einer neuen, engen Mitarbeiterin von Sister Rexline, Sister Genova, am Flughafen abgeholt. Wir hatten im Vorfeld entschieden, dass wir zuerst einen kurzen Besuch bei Sister Rexline im Krankenhaus machen, um sie und ihren Stab und unseren Vertrauensmann „vor Ort“ Mr. Balakrishna zu begrüßen. Die Wiedersehensfreude war auch diesmal groß - auf allen Seiten. Nach geschwätzigem Begrüßungstee sind wir dann, es war Sonntag, und alle Kinder zuhause im Assisi Illam, gleich zu den Kindern gefahren.

Auch dort „großes Hallo“. Sie wussten zwar, dass wir in den Tagen kommen würden, aber wann genau, war nicht klar. So konnten wir uns davon überzeugen, dass das ein ganz normaler Sonntag für die Kinder war, mit Überraschungsgästen. Gleich wurden wir wieder mit Begrüßungsschals beschenkt und es wurde aufgetischt, was sie spontan machen konnten. Die Kinder sind in einer sehr guten, fröhlichen Verfassung. Wir haben zusammen getanzt und gesungen. Ein richtiges kleines Freudenfest! Einige der Kinder gehen jetzt in weiterführende Schulen, die meisten in die Grundschule und die Vorschule, was unserem Kindergarten entspricht. Ganz wenige sind noch zu klein und zuhause. Die beiden Betreuerinnen „der ersten Stunde“ sind immer noch bei den Kindern, was wir sehr schön fanden. Es wirkt wirklich wie eine große Familie. Sie strahlen Zufriedenheit und Freude aus. Manche sind sehr anhänglich und lassen uns gar nicht los, bis wir wieder gehen.

Wir haben mit Sr.Rexline wieder mal das Thema „direkte Patenschaft“ angesprochen. Aber sie bleibt beim NEIN und wir können das gut verstehen.

Am Krankenhaus haben wir zwei große Baustellen vorgefunden. Eine war der Bau einer unabhängigen Stromversorgung und die andere der Bau für eine Blutbank. Der OP (MOT), unser erstes großes Projekt, ist in Betrieb und Sr.Rexline hat uns Statistiken vorgelegt, aus denen wir sehen konnten, dass viele sehr arme Leute ohne Bezahlung oder mit minimaler Selbstbeteiligung, im aseptischen OP im letzten Jahr operiert werden konnten. Über die anderen Aktivitäten ihres Teams, Altenpflegeheim, Ausbildungsstätten, Dispensaries etc. wurde ausführlich berichtet, dort läuft alles nach Plan.

Unser Hauptthema war und ist im Moment, neben der Versorgung der Waisenkinder, das nächste größere Projekt, ein ländliche Poliklinik, zum Nutzen der besonders armen Landbevölkerung. Wir hatten den ersten Entwurf für unseren Antrag ans BMZ zu BENGO geschickt. Dank der schnellen Reaktion von Frau Stroppel konnten wir eine ganze Liste von Fragen, die die Inder uns beantworten müssen, mitnehmen. Damit hatten wir einen Leitfaden für unsere Arbeitssitzungen mit Sr. Rexline, ihrem Team und Mr. Balakrishna. Manchmal war es nicht einfach, den Indern klar zu machen, was unsere Behörden fordern, wenn sie fördern. Aber wir haben in den Tagen vor Ort viel geschafft. Dabei hat uns Mr. Balakrishna sehr geholfen und wir hatten die Ehre, an unserem letzten Tag bei ihm zuhause eingeladen zu sein. Das war ein sehr interessanter Besuch.

An einem Tag haben wir auch noch mal den Standort für die ländliche Poliklinik besucht. Aus Statistiken hatten wir entnommen, dass es sich um eine Region handelt, in der etwa 100 000 Menschen leben. Diese haben drei staatliche Gesundheitsstationen zur Verfügung. Die muss man sich folgendermaßen vorstellen: ein oder mehrere Gebäude, ein paar Betten für Entbindungen, eine Medikamentenausgabe, hin und wieder ein Arzt sowie Krankenschwestern und Hilfspersonal, stundenweise oder in Rufweite. Ich möchte da nie hinkommen. Die Sister hat innerhalb der Region ein Gebiet ausgewählt, in dem etwa

15 000 Menschen leben, die vorwiegend sehr arm sind. Das heißt, sie geht mit der Poliklinik zu den Menschen, die Hilfe brauchen. Diese „Poliklinik“ wird ein Gebäude sein, mit einer Medikamentenausgabe, ein Raum für Behandlungen, und eventuell ein paar Betten, für Notfallbetreuungen. Daneben wird rund um die Uhr immer ein Arzt erreichbar sein. Ihr medizinisches Personal wird auch Hausbesuche machen. Sie haben vor, in regelmäßigem Turnus, in die kleinen Dörfer und Höfe zu gehen, um medizinisch nach dem Rechten zu sehen.

Wir hoffen sehr, dass das BMZ mitmacht, und, dass wir den armen Leuten das Gebäude zur Verfügung stellen können, in das Sr. Rexline dann das Innenleben bringen muss. Das ist der Deal: Hilfe zur Selbsthilfe.

Aus Kleinich gibt es in diesem Jahr über ganz viele erfreuliche Aktivitäten im Hinblick auf unser Ho-Wi-Projekt zu berichten. So gab es wieder eine Wanderung der Grundschule, bei der für die Waisenkinder gesammelt wurde…Fabian Kipp sei Dank! Dann hat unser Pfarrer Haastert die Kollekte eines Gottesdienstes gespendet…vielen Dank! Einer der Prädikanten, Herr Litzenburger, hat im Rahmen von Altennachmittagen auf unser Projekt aufmerksam gemacht. Auch hier konnte etwas gespendet werden….Herrn Litzenburger sei Dank! Und auch vom Landhaus Arnoth, von Udo Gündel, ging das Spenden weiter. So hat Herr Gündel sein Honorar, das er beim Kochen auf der BUGA in Koblenz erhalten hat, auf das Konto des Ho-Wi-Projektes überwiesen. Und seine Mitarbeiterin, Annette Thomas, hat unseren Flyer gestaltet…vielen Dank auch ihnen. Das Ho-Wi-Projekt hat 1.000 Euro vor Weihnachten, sozusagen als Extra-Geschenk, für „unsere“ Waisenkinder, überwiesen. Der überwiegende Teil dieser Spende kam von den Kleinicher Grundschulkindern.

Wir danken noch mal von Herzen für Ihre/Eure Unterstützung, auch im Namen von Sr. Rexline&Co und wünschen uns, dass Sie/Ihr uns treu bleibt/bleiben und, dass keiner auch nur annähernd in die Situation dieser armen Landbevölkerung kommt, der wir mit unserem nächsten größeren Projekt helfen wollen.

Danke und Namaste

Ihre/Eure

 

Annette Hoffmann-Wild & Wolf-D. Hoffmann