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JAHRESBERICHT Nr.1 / 2005

Kleinich, im Advent 2005

 

Liebe Freunde des Ho-Wi-Projekt-Indien,

es ist schon fast ein Jahr vergangen, als am Weihnachtstag 2004 die große Welle über Süd-Ost-Asien schwappte und viel unter sich begrub. Davon aufgeschreckt und von den Bildern aus meinem geliebten Indien, machte sich bei mir, wie bei vielen anderen der Gedanke, helfen zu müssen, breit. Bei mir, muss ich sagen, wieder einmal. Wir haben schon vier indische Patenkinder – drei davon in Indien, das vierte ist eine mittlerweile junge Frau, die in Deutschland lebt. Ich nahm wahr, dass die Welt große Summen spendete und, hoffentlich Hilfe bringend, an die richtigen Stellen brachte. Auch wir spendeten spontan eine größere Summe. Ich aber wurde das Gefühl nicht los, dass diese großen Einmal-Spenden irgendwo verschwinden. Mehr und mehr dachte ich an ein dauerhaftes, langfristiges Engagement der Hilfe für Kinder in Indien. Ich weiß, dass das schon viele tun. Aber wer, wie ich, oft in diesem wunderbaren Land war, weiß, dass diese Menschen viel, viel Hilfe zur Selbsthilfe brauchen und ich meine, dass die kleinen Projekte die effektivsten sind. Gerade in einer Situation wie nach der großen Welle erscheinen mir Projekte, die einzelnen Familien oder kleinen Dorfgemeinschaften helfen, sehr wichtig! Einige unserer Gäste aus dem Landhaus Arnoth haben die große Welle vor Ort erlebt und auch überlebt. Bei einem Gespräch mit einer noch ziemlich traumatisierten Frau erzählte ich ihr von meinen damals noch vagen Vorstellungen eines Projektes und sagt ihr, dass ich es Ho-Wi-Projekt nennen möchte. Oh ja sagte sie, "Hope and Will", sie haben die Hoffnung und wir den Willen, sie materiell zu unterstützen. Der Projekt-Name war kreiert! Da unser 25-jähriges Jubiläum im Landhaus, sowie der 60ste Geburtstag meines Mannes anstanden, hatten wir die Idee, auf Geschenke zu verzichten und zu Spenden aufzurufen: “Spenden statt Schenken!"

U. a. haben wir hierfür einen Verein gegründet. Zwischenzeitlich hat dieser die Anerkennung als gemeinnützig und mildtätig. Im November dieses Jahres waren wir in Süd-Indien. Dort haben wir uns u. a. mit einem früheren deutschen Entwicklungshelfer in der Umgebung von Madras getroffen, der uns dankenswerter Weise Kontakte mit indischen Vertrauenspersonen vermittelte. Das war für uns eine große Hilfe. Einer der dadurch zustande gekommenen Kontakte war der mit den Mitarbeitern von Schwester Dr. Mary Rexline, einer Franziskanerin, die vor rund dreißig Jahren in Madras begonnen hat zu helfen. Aus einfachsten Anfängen hat sie mittlerweile ein Hospital, eine Schule sowie zahlreiche Sozialstationen auf dem Lande aufgebaut und sie geschickt in das jeweilige soziale Umfeld integriert. Vor kurzem wurde in einem Armenviertel von Madras ein Waisenhaus eröffnet. Das Gebäude selbst wurde von einer luxemburgischen Spendergruppe finanziert. Für die Waisenkinder, die schon da sind und die, die noch aufgenommen werden, wären Patenschaften wunderbar. Es würde sich dabei um einen Betrag von monatlich 20 Euro handeln. Das, was wir bisher gesammelt haben, wollen wir Schwester Rexline für die Ausstattung des Waisenhauses zur Verfügung stellen. Wir hoffen, dass es bei Euch Anlässe und Regungen gibt, die Euch oder Menschen in Eurer Umgebung dazu bringen, etwas für mein “Hope and Will-Projekt” zu tun, zu spenden! Und nicht nur jetzt, denn die Kinder sind jetzt Waisen und noch nächstes Jahr, in 10 Jahren…., je nach dem wie alt sie heute sind. Es wäre wunderbar, wenn wir Euch gewinnen könnten, uns und damit den Kindern in Indien zu helfen, ganz direkt, gezielt: Ihr könnt Patentante und Patenonkel werden, Ihr könnt sie natürlich auch besuchen, ihnen Englisch, Französisch oder sonst etwas Vernünftiges beibringen. Ihr alle habt etwas, was Ihr mit diesen Kindern teilen könnt.

Sie leben im Mangel, wir im Überfluss!

Last not least möchte ich mich ganz herzlich für die bereits eingegangen Spenden bedanken!

 

NAMASTE!

 

Annette Hoffmann-Wild